HallischerHanseverein e.V.

Hanseblätter des Hallischen Hansevereins Die Hanseblätter sind eine Geschichtsrubrik und sollen im Rahmen unserer Möglichkeiten die Hansegeschichte der Stadt Halle, aber auch die Geschichte nach der Hansezeit etwas näher bringen. Dabei erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder penible Wissen- schaftlichkeit, sondern stellen die Informationen aus Internet und anderen Publikationen von Olearius, Hertzberg, Schultze-Gallera, Seydenschwanz, Dreyhaupt, Freitag, v. Stein, Gaupp u.v.a. zusammen, wohl wissend das es in der Geschichte viele Lücken Spekulationen und Deutungen gibt. Für Informationen, Korrekturen sind wir deshalb dankbar. ( msw.welten@gmail.com )

Hansische Geschichte in Halle

Hanseblätter des Hallischen Hansevereins
Hallisch oder Hallesch - was ist richtig? 1478 oder 1479, wann war denn nun die Hansezeit zu Ende? Das Stadtwappen von Halle - eine Theorie Maßeinheiten und Umrechnungen für Halle Gibt es den ersten Hallenser? Halles Zeittafel von 800 - 1600 (902 Einträge)
Maßeinheiten und Umrechnungen im 15. Jahrhundert für Halle
1 Zober Sole = 99,84 l 119 althallische Scheffel = 158 preußische Scheffel (zu ca. 55l) 1 Stück Salz = 54 Pfund Preis: 1477 = 6,7 gr. Silber (Quelle: Neuß, Erich - Halle und das Salz) Der heutige Materialwert für 7 Gramm reines Silber beträgt etwa 4,00 €. Die Kaufkraft im Mittelalter lag jedoch entscheidend höher und entsprach nach heutigen Maßstäben ungefähr 11,00 €. Geld: 1 Schwertgroschen = 4,5 hallische Pfennige (1575) 11 Schwertgroschen = 5,5 Große Groschen 12 neue Pfennige = 1 Groschen Mittelalterrechner für Hohlmaße, Zählmaße, Gewichte, Währungen https://www.mittelalterrechner.de
Schwertgroschen
Großer Groschen 1551
Halles Wappen - eine Theorie
Um 1116 wurde das Kloster Neuwerk in Halle gegründet. Es wurde zum mächtigsten Kloster über 400 Jahre lang. Gewidmet war es unter anderem der Jungfrau Maria. Auf einigen Altären wird auch über der Jungfrau ein sechsstrahliger Stern gezeigt mit dem Wort Maris darunter (lat. für "des Wassers"). Um 800 wurde der Marienhymnus Ave Maris Stella geschrieben, da heisst es: "Meeresstern, sei gegrüßt, Gottes Hohe Mutter" (Ave, maris stella, dei mater alma...) Im Siegel des Probstes von Neuwerk sind neben dem Kloster auch ein Halbmond und ein sechszackiger Stern zu sehen. Daraus könnte die Vermutung ergehen, dass das Wappen der Stadt Halle (es entstand wesentlich später) doch der Mutter Gottes einerseits und der zweite Stern der Geburt ihres Sohnes Jesus gewidmet sein könnte. Der Halbmond (Lunula) verhält sich in der christlichen Symbolik wie die Mutter zum Sohne, Maria zu Christus. Der Vollmond wurde mit ihrer Schwangerschaft verglichen (Conrad von Megenberg 1309-1374) und demnach war Christus aus ihr geboren (Halbmond??). Es liegt also nahe, dass das Wappen Halles eine sehr christliche Bedeutung hat, wie in dieser Zeit üblich, aber leider ist es, wie vieles andere auch, nur eine Vermutung oder Ableitung.
links: Siegel des Probstes vom Kloster Neuwerk
Oben rechts der Stern mit der Inschrift "Maris"
rechts: Mariendarstellung mit den Symbo-len der Lauretanischen Litanei, XVII. Jahrhundert, Kathedrale in Bayeux (Frankreich)
Hallisch oder Hallesch - was ist richtig? Im Deutschen wird immer nach dem Muster Substantiv plus Endung -isch gebildet. Substantive  mit  einem  "e"  am  Ende  verlieren dabei  diesen  Buchstaben.  So heiße es sklavisch (Sklave), satirisch (Satire), modisch (Mode) oder seelisch (zu Seele). "Diese  Regel  ist  zwingend." Doch habe auch diese  Regel  eine  Ausnahme, bei der statt des "i" das "e" stehen bleibt: lippesch, linnesch, hallesch. Diese "e"-Möglichkeit habe immer existiert, jedoch stets als extreme Ausnahme. In Halle wird natürlich "hallesch" gesprochen. Wobei das "e" keineswegs glockenklar aus dem Munde eines echten  Hal-lensers  komme,  Insofern  sei  also  das  "esch" dialekt-typisch. Diese Eigenheiten hat übrigens jeder Dialekt. In Köln spreche man ja auch von kölschem Frohsinn und nicht von kölnischem,  jedoch  von kölnisch  Wasser  statt  von  kölschem  Wasser.  So sagen Geschichtsvereine eher „hallisch“ und die moderne Stadt und Betriebe bleiben beim hallischen „hallesch“. Das ist dann auch eine Besonderheit Halles.
Gibt es den ersten Hallenser?
Leider liegt vieles der Geschichte Halles im Dunkeln und es ist zweifelhaft, ob es den ersten Hallenser wirklich gab oder sogar geben konnte. Die Übergänge von den ersten Slawendörfern (Dobregora) zur weiteren Besiedlung bis zur Stadt waren wohl eher fließend. Aber es gibt den Ersten überlieferten Hallenser mit Namen Hazecho. In der Vita Lambert (vor 1190 geschrieben), heißt es, dass dieser reiche Bürger eines Tages den damaligen Giebichensteiner Erzbischof Adelgot besuchte und auf seinen Weg dahin eine glühende Egge vom Himmel kommen sah. Er informierte den Bischof, dieser überzeugte sich davon und das Kloster Neuwerk wurde just an dieser Stelle gebaut (heute Gelände Neuwerk 7/8, Bibliothek). Es sollte das mächtigste Kloster von Halle für die nächsten 400 Jahren bis zu Erzbischof Albrecht werden und konnte sogar während der zahlreichen Interdikte in Halle zum Beten genutzt werden. Das Wappen des Klosters zeigte fortan eine goldene Egge auf blauem Grund. Übrigens die Glocke „Susanna“ aus dem Neuwerk kam 1541 nach Magdeburg in den Dom, wo sie heute noch ist. 1702 wurde sie umgegossen und enthält eine Handvoll Dukaten aus der Hand König Friedrichs I. Der Glocke wurden im Mittelalter Wunderkräfte zugeschrieben. Quelle: Schultze Gallera - Das mittelalterliche Halle Bd. I
Stadtgeschichte von 800 - 1600 Die Zeittafel ist weder vollständig noch wissenschaftlich begründet. Sie entstand eigentlich lediglich als Überblick bei der Arbeit mit Dokumenten und Büchern und ist bis auf 963 angewachsen. Sie wird  ständig erweitert und ist Teil eines Projektes des Hallischen Hansevereins, umfasst aber nur die Daten von 803 bis 1600 und ist momentan noch als Notiz- oder Arbeitszettel zu verstehen. Für einige Ereignisse gibt es in den Quelle abweichende Jahreszeiten. So manches ist also mit Vorsicht zu genießen. Wer Einträge dazugeben will oder korrigieren möchte kann das gerne tun. EMail reicht.
MSW-Welten www.msw-welten.de
Hanseblätter des Hallischen Hansevereins Die Hanseblätter sind eine Geschichtsrubrik und sollen im Rahmen unserer Möglichkeiten die Hansegeschichte der Stadt Halle, aber auch die Geschichte nach der Hansezeit etwas näher bringen. Dabei erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder penible Wissen- schaftlichkeit, sondern stellen die Informationen aus Internet und anderen Publikationen von Olearius, Hertzberg, Schultze-Gallera, Seydenschwanz, Dreyhaupt, Freitag, v. Stein, Gaupp u.v.a. zusammen, wohl wissend das es in der Geschichte viele Lücken Spekulationen und Deutungen gibt. Für Informationen, Korrekturen sind wir deshalb dankbar. ( msw.welten@gmail.com )
HallischerHanseverein e.V.

Geschichte

Maßeinheiten und Umrechnungen im 15. Jahrhundert für Halle
1 Zober Sole = 99,84 l 119 althallische Scheffel = 158 preußische Scheffel (zu ca. 55l) 1 Stück Salz = 54 Pfund Preis: 1477 = 6,7 gr. Silber (Quelle: Neuß, Erich - Halle und das Salz) Der heutige Materialwert für 7 Gramm reines Silber beträgt etwa 4,00 €. Die Kaufkraft im Mittelalter lag jedoch entscheidend höher und entsprach nach heutigen Maßstäben ungefähr 11,00 €. Geld: 1 Schwertgroschen = 4,5 hallische Pfennige (1575) 11 Schwertgroschen = 5,5 Große Groschen 12 neue Pfennige = 1 Groschen Mittelalterrechner für Hohlmaße, Zählmaße, Gewichte, Währungen https://www.mittelalterrechner.de
Schwertgroschen
Großer Groschen 1551
Halles Wappen - eine Theorie
Um 1116 wurde das Kloster Neuwerk in Halle gegründet. Es wurde zum mächtigsten Kloster über 400 Jahre lang. Gewidmet war es unter anderem der Jungfrau Maria. Auf einigen Altären wird auch über der Jungfrau ein sechsstrahliger Stern gezeigt mit dem Wort Maris darunter (lat. für "des Wassers"). Um 800 wurde der Marienhymnus Ave Maris Stella geschrieben, da heisst es: "Meeresstern, sei gegrüßt, Gottes Hohe Mutter" (Ave, maris stella, dei mater alma...) Im Siegel des Probstes von Neuwerk sind neben dem Kloster auch ein Halbmond und ein sechszackiger Stern zu sehen. Daraus könnte die Vermutung ergehen, dass das Wappen der Stadt Halle (es entstand wesentlich später) doch der Mutter Gottes einerseits und der zweite Stern der Geburt ihres Sohnes Jesus gewidmet sein könnte. Der Halbmond (Lunula) verhält sich in der christlichen Symbolik wie die Mutter zum Sohne, Maria zu Christus. Der Vollmond wurde mit ihrer Schwangerschaft verglichen (Conrad von Megenberg 1309-1374) und demnach war Christus aus ihr geboren (Halbmond??). Es liegt also nahe, dass das Wappen Halles eine sehr christliche Bedeutung hat, wie in dieser Zeit üblich, aber leider ist es, wie vieles andere auch, nur eine Vermutung oder Ableitung.
Siegel des Probstes vom Kloster Neuwerk
Oben rechts der Stern mit der Inschrift "Maris"
Mariendarstellung mit den Symbo-len der Lauretanischen Litanei, XVII. Jahrhundert, Kathedrale in Bayeux (Frankreich)
Hallisch oder Hallesch - was ist richtig?
Im Deutschen wird immer nach dem Muster Substantiv plus Endung - isch gebildet. Substantive mit einem "e" am Ende verlieren dabei diesen Buchstaben. So heiße es sklavisch (Sklave), satirisch (Satire), modisch (Mode) oder seelisch (zu Seele). "Diese Regel ist zwingend." Doch habe auch diese Regel eine Ausnahme, bei der statt des "i" das "e" stehen bleibt: lippesch, linnesch, hallesch. Diese "e"-Möglichkeit habe immer existiert, jedoch stets als extreme Ausnahme. In Halle wird natürlich "hallesch" gesprochen. Wobei das "e" keineswegs glockenklar aus dem Munde eines echten Hal-lensers komme, Insofern sei also das "esch" dialekt-typisch. Diese Eigenheiten hat übrigens jeder Dialekt. In Köln spreche man ja auch von köl-schem Frohsinn und nicht von kölnischem, jedoch von kölnisch Wasser statt von kölschem Wasser. So sagen Geschichtsvereine eher „hallisch“ und die moderne Stadt und Betriebe bleiben beim hallischen „hallesch“. Das ist dann auch eine Besonderheit Halles.
Gibt es den ersten Hallenser?
Leider liegt vieles der Geschichte Halles im Dunkeln und es ist zweifelhaft, ob es den ersten Hallenser wirklich gab oder sogar geben konnte. Die Übergänge von den ersten Slawendörfern (Dobregora) zur weiteren Besiedlung bis zur Stadt waren wohl eher fließend. Aber es gibt den Ersten überlieferten Hallenser mit Namen Hazecho. In der Vita Lambert (vor 1190 geschrieben), heißt es, dass dieser reiche Bürger eines Tages den damaligen Giebichensteiner Erzbischof Adelgot besuchte und auf seinen Weg dahin eine glühende Egge vom Himmel kommen sah. Er informierte den Bischof, dieser überzeugte sich davon und das Kloster Neuwerk wurde just an dieser Stelle gebaut (heute Gelände Neuwerk 7/8, Bibliothek). Es sollte das mächtigste Kloster von Halle für die nächsten 400 Jahren bis zu Erzbischof Albrecht werden und konnte sogar während der zahlreichen Interdikte in Halle zum Beten genutzt werden. Das Wappen des Klosters zeigte fortan eine goldene Egge auf blauem Grund. Übrigens die Glocke „Susanna“ aus dem Neuwerk kam 1541 nach Magdeburg in den Dom, wo sie heute noch ist. 1702 wurde sie umgegossen und enthält eine Handvoll Dukaten aus der Hand König Friedrichs I. Der Glocke wurden im Mittelalter Wunderkräfte zugeschrieben. Quelle: Schultze Gallera - Das mittelalterliche Halle Bd. I
Stadtgeschichte von 800 - 1600
Die Zeittafel ist weder vollständig noch wissenschaftlich begründet. Sie entstand eigentlich lediglich als Überblick bei der Arbeit mit Dokumenten und Büchern. Sie wird ständig erweitert und ist Teil eines Projektes des Hallischen Hansevereins, umfasst aber nur die Daten von 803 bis 1600 und ist momentan noch als Notiz- oder Arbeitszettel zu verstehen. Für manche Ereignisse gibt es in den Quelle abweichende Jahreszeiten. So manches ist also mit Vorsicht zu genießen. Zur Zeittafel, hier entlang …
Hanseblätter des Hallischen Hansevereins
Hallisch oder Hallesch - was ist richtig? 1478 oder 1479, wann war denn nun die Hansezeit zu Ende? Das Stadtwappen von Halle - eine Theorie Maßeinheiten und Umrechnungen für Halle Gibt es den ersten Hallenser? Halles Zeittafel von 800 - 1600 (902 Einträge)
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